Es gab eine Zeit, da habe ich meinen Körper fast ausschließlich danach bewertet, wie er aussieht oder was er leistet.
Ist er fit genug?
Ist er schlank genug?
Trainiere ich genug?
Sehe ich gut aus?
Und wenn ich ehrlich bin: Diese Gedanken kommen auch heute noch manchmal. Schließlich leben wir in einer Welt, die uns ständig vermittelt, wie ein Körper aussehen sollte.
Aber seit meinen beiden Schwangerschaften hat sich etwas Grundlegendes verändert.
Heute frage ich mich viel öfter:
Wie fühle ich mich eigentlich?
Was braucht mein Körper heute?
Und was kann ich ihm Gutes tun?
Denn mein Körper ist nicht einfach nur eine Hülle, die funktionieren soll.
Er trägt mich durch meinen Alltag.
Er hat zwei Kinder getragen und geboren.
Er lässt mich auf der Bühne stehen.
Er schenkt meiner Stimme Kraft, Stabilität und Ausdruck.
Er ermöglicht mir, Menschen zu unterrichten, zu singen, mich zu bewegen und das zu tun, was ich liebe.
Natürlich haben die Schwangerschaften meinen Körper verändert.
Manches fühlt sich anders an. Manches braucht Zeit. Manches wird vielleicht nie wieder genauso sein wie früher.
Aber genau diese Veränderungen haben auch meinen Blick auf meinen Körper verändert.
Ich sehe heute nicht mehr nur das, was anders geworden ist.
Ich sehe vor allem das, was er jeden einzelnen Tag für mich leistet.
Singen beginnt nicht erst bei der Stimme
Viele denken beim Singen zuerst an Technik, Atemübungen oder hohe Töne.
Dabei vergessen wir oft das Wichtigste:
Unsere Stimme lebt in unserem Körper.
Jede Bewegung, jede Verspannung, jede Haltung und jeder Atemzug beeinflussen, wie unsere Stimme klingt.
Wenn wir ständig gegen unseren Körper arbeiten, arbeiten wir oft auch gegen unsere Stimme.
Deshalb geht es für mich im Coaching nicht nur darum, schöner oder sicherer zu singen.
Es geht darum, den eigenen Körper als Partner wahrzunehmen.
Nicht perfekt.
Sondern stark.
Nicht makellos.
Sondern lebendig.
Nicht nur leistungsfähig.
Sondern wertvoll – genau so, wie er heute ist.
Stimme. Körper. Präsenz.
Für mich gehören diese drei Dinge untrennbar zusammen.
Eine freie Stimme braucht einen Körper, der sie trägt.
Ein Körper, in dem du dich wohlfühlen darfst.
Und genau daraus entsteht Präsenz – nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil du dich traust, dich so zu zeigen, wie du bist.
Vielleicht ist das die größte Veränderung, die meine Schwangerschaften mitgebracht haben:
Nicht nur meinen Körper zu verändern.
Sondern meine Beziehung zu ihm.